Der Verein wurde im Jahre 2004 gegründet und befasst sich vorwiegend mit der Geschichte und Spuren der Römer und ihre Auseinandersetzungen mit den Germanen. Das regionale Forschungsgebiet ist schwerpunktmäßig der Raum Ostwestfalen-Lippe, Niedersachen und des Wesertal. Aktuelle Untersuchungsräume befinden sich aktuell bei Bielefeld, Herford und Lemgo, grob das Gebiet der vermuteten Knetterheide. Untersucht werden die Vorgänge im Umfeld der clades variana, der heutigen Herrmannschlacht. Schwerpunke sind zudem die Externsteine, das Kloster Corvey, sowie die Lager und die Infrastruktur um die Jahrtausendwende.

Der Verein setzt sich aus engagierten Damen und Herren zusammen, die regelmäßig ihr berufliches Wissen und Erfahrungen in die Forschung des Vereins einbringen. Der Verein vewendet bei seinen Untersuchungen die aktuell modernsten Mittel des 21. Jahrhunderts: Infrarotaufnahmen, Radaraufnahmen der DLR (Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrttechnik Oberpffaffenhofen), hochauflösende LiDAR-Daten, Explorationen, Begehungen, Auswertung von Bodenradar und Austausch mit anderen Experten, Historikern und Archäologen.

Zu den Veröffentlichungen im Rahmen des Vereins sind zu zählen:

 

1. Die Schlacht. Varuskatastrophe. Plausible Gründe (2008): Wolfgang Schlüter & Wolfgang Lippek, Osning Verlag, ISBN-Nr. 978-3-9806268-6-6

2. Römerwege zur Weser (2012): Wolfgang Schlüter, Osning Verlag, ISBN-Nr. 978-3-9814963-9-0

3. Weißbuch Herrmannschlacht (2014) Schoppe, Osning Verlag, ISBN-Nr. 978-3-9814963-8-3

4. Arminius in Flammen (2017): Wolfgang Schlüter, Osning Verlag, ISBN-Nr. 978-3-9814963-7-6

 

Der Verein will mit diesen Veröffentlichungen ein wissenschaftliches Forum eröffnen. In diesen Foren kommen alle Wissenschafter zur Sprache oder zur Wort, die sich kritisch der Auseinandersetzung der Römer und Germanen um die Jahrtausendwende mit der regionalen Geschichte befassen.

 

 

 

 

Wikinger perfektionierten Teerproduktion (31.10.2018)

Mit großem technischem Geschick stellten die Nordmänner das zähflüssige Gemisch her - möglicherweise in deutlich größerem Maßstab, als bisher bekannt ist.(...). Nun ist ein schwedischer Archäologe auf Hinweise gestoßen, dass die Skandinavier den Stoff in weit größerem Maßstab herstellten als bisher vermutet. Andreas Hennius von der Universität Uppsala glaubt geradezu die Überreste einer regelrechten Teerindustrie entdeckt zu haben. Demnach gruben die Wikinger im 8. Jahrhundert im Umland von Uppsala etliche mehrere Meter tiefe Gruben in abschüssige Waldhänge und nutzten diese als Öfen für die Teerherstellung....(...)

https://www.spektrum.de/news/wikinger-perfektionierten-teerproduktion/1605618

 

Im Massengrab einer Germanen-Armee (22.5.2018)

Auch untereinander schlugen die Germanen gewaltige Schlachten, zeigen Ausgrabungen im dänischen Alken Enge. Bekamen die Gefallenen noch nachträglich die Wut der Sieger zu spüren?(...)

Wer genau hier wann gegen wen kämpfte, ist ungewiss, sogar die Lage des eigentlichen Schlachtfelds ist unbekannt. Sicher ist nur eins: Das brutale Aufeinandertreffen der germanischen Krieger überstieg bei Weitem das für die damalige Zeit übliche Ausmaß. Mindestens 380 Opfer forderte die Schlacht, regelrechte Armeen müssen sich gegenübergestanden haben – und nicht nur aus den Dörfern der Umgebung zusammengestellte Kampftrupps.(...)

Dass die Germanen im ersten nachchristlichen Jahrhundert in diesem Maßstab Konflikte austrugen, ist das eine Ergebnis der Ausgrabungen von Alken Enge im Osten Jütlands. Das andere Ergebnis ist ein genauerer Einblick in den Umgang der Germanen mit den Opfern der Schlacht: Es scheint, als hatten die Sieger des Konflikts die Absicht gehabt, ihre Gegner noch einmal systematisch zu zerstören.(...)

Über Leben und Gesellschaft der Germanen im 1. Jahrhundert n. Chr. ist vergleichsweise wenig bekannt, insbesondere was die Regionen angeht, die wie das heutige Dänemark außerhalb der direkten römischen Einflusssphäre standen. Doch auch hier, jenseits der Nordgrenze des Imperiums, dürfte das Vordringen der Römer zu Umwälzungen geführt haben, die vermutlich in kriegerischen Auseinandersetzungen mündeten. In Alken Enge offenbaren die Skelette der Gefallenen – es handelt sich nahezu ausschließlich um Männer zwischen 20 und 40 Jahren – die typischen Wunden eines Kampfs mit Speeren, Äxten und Schwertern. (...)

https://www.spektrum.de/news/im-massengrab-einer-germanen-armee/1566884

 

Warum die neuesten Maya-Entdeckungen keine Sensation sind (6.2.2018)

Haben Forscher wirklich über Jahrzehnte abertausende Gebäude der Maya übersehen? Natürlich nicht. Das steckt hinter den Meldungen über einen angeblichen Durchbruch. 60 000 Gebäude, darunter steinerne Paläste und Pyramiden, die über Jahrhunderte im dichten Dschungel Guatemalas verborgen waren: Wissenschaftler hätten eine riesige Mayastätte im Regierungsbezirk Petén im Norden des Landes entdeckt, so lautete die Nachricht, die Anfang 2018 für Aufsehen sorgte. Viele Medien wie etwa die »Tagesschau«, »Spiegel.de« oder »GEO.de« berichteten von bedeutenden Erkenntnissen für die Mayaforschung. Zwei- bis dreimal so viele Menschen wie bisher angenommen, hätten zur Blütezeit der Maya gelebt.

Diese Neuigkeiten veröffentlichte die Foundation for Maya Cultural and Natural Heritage (Pacunam), die das Projekt in Petén mit Forschern aus Guatemala, den USA und Europa leitete, am 1. Februar 2018. Das Forscherkollektiv habe ein Gebiet von 2100 Quadratkilometern mit Hilfe von LiDAR, einer Lasertechnologie, untersucht und sei dabei auf eine riesige Metropolregion gestoßen.(...) Die jüngsten Entdeckungen sind also für sich genommen keine Sensation, findet Grube – wirklich bahnbrechend sei dagegen die Lasertechnik selbst: »Wir sind von den Einsichten, die uns dieses Verfahren in die Siedlungsweise der Menschen, die Komplexität der Gesellschaft und den Alltag der einfachen Bauern gibt, zutiefst begeistert«, sagt der Experte.

»Mit LiDAR können wir quasi von oben durch den Urwald hindurchschauen.«(...)

https://www.spektrum.de/news/warum-die-neuesten-maya-entdeckungen-keine-sensation-sind/1539703

 

Cäsars Genozid an der Maas (13.1.2016)

Er kam, sah und wütete. Archäologen wollen in den Niederlanden das Schlachtfeld eines berüchtigten Massakers gefunden haben.(...).

Von dem Blutbad, das Cäsar im Jahr 55 v. Chr. unter den germanischen Stämmen der Tenkterer und Usipeter anrichtete, wussten wir bisher nur aus der antiken Literatur. Nun scheint es Archäologen der Freien Universität Amsterdam gelungen zu sein, das Schlachtfeld zu lokalisieren – und zwar nahe der niederländischen Stadt Kessel in der Provinz Nordbrabant. Die Wissenschaftler um Nico Roymans bedienten sich bei der Auswertung des Befundes sowohl historischer als auch archäologischer und geochemischer Daten.

Im vierten Buch des "Gallischen Kriegs" beschreibt Julius Cäsar detailliert das gewaltsame Vorgehen seiner Truppen gegen die Tenkterer und Usipeter. Kurz zuvor hatten die beiden germanischen Stämme eigenmächtig den Rhein überquert und Cäsar um Schutz und die Siedlungserlaubnis im Flussdelta gebeten – ein für die Antike nicht unübliches Gesuch um "asylum".

Ihr Aufenthalt in der römischen Provinz führte allerdings schnell zu kleineren Konflikten mit den dort lebenden Galliern und Römern, ein Umstand, für den Cäsar die "germanische Natur" verantwortlich machte. (...) Einige Althistoriker schätzen auf Grundlage der antiken Geschichtsschreibung und der damals üblichen Stammesgrößen, dass bis zu 200 000 Menschen ihr Leben ließen.(...)

Wie konnten die Archäologen diesen Befund nun mit der berüchtigten Aktion Cäsars in Zusammenhang bringen? Mit Hilfe einer geochemischen Analyse des Zahnschmelzes dreier Individuen wiesen sie ein Verhältnis der Strontiumisotope nach, das darauf hindeutet, dass die Menschen ursprünglich nicht aus dem Flussdelta stammten. Dies stimmt mit Cäsars Angaben überein, nach denen die Tenkterer und Usipeter aus der Region jenseits des Rheins eingewandert waren.(...)

https://www.spektrum.de/news/caesars-genozid-an-der-maas/1393532

 

Die Milch-Revolution (12.8.2013)

Eine einzelne Mutation hat vor langer Zeit Europäern Milch schmackhaft gemacht. Danach blieb auf dem alten Kontinent kaum etwas wie es war.(...).

Die historischen Ursprünge der europäischen Milchwirtschaft liegen als Forschungsthema im Trend. Gleich mehrere Arbeiten profitieren dabei von einem 3,3 Millionen Euro schweren Fördertopf, den seit 2009 Archäologen, Chemiker und Genetiker anzapfen können. Die Ergebnisse lassen erkennen, wie sehr die Besiedlungsgeschichte des Kontinents von der Milchwirtschaft geprägt wurde.(...). Dabei war Milch für Erwachsene über den längsten Teil der letzten Eiszeit hinweg vor allem eines: giftig.

Anders als Kinder verfügten ältere Menschen nicht über das Laktase-Enzym zur Zerlegung des Milchzuckers, der Laktose, dem häufigsten Zucker in der Milch. Schließlich aber begann, ausgehend vom Mittleren Osten vor etwa 11 000 Jahren, die Landwirtschaft für die Ernährung der Menschen immer wichtiger zu werden, während der Beitrag von Jägern und Sammlern stetig schrumpfte. Die Milchviehhalter fanden auch immer neue Wege, den Laktosegehalt verschiedener Nahrungsmittel auf weniger schädliche Mengen zu senken; sie fermentierten Milch zum Beispiel zu Käse und Joghurt.

Ein paar tausend Jahre später breitet sich dann eine Mutation im europäischen Genpool aus, die die Fähigkeit mit sich brachte, auch als ausgewachsener Mensch weiter Laktase zu produzieren und damit Milch das ganze Leben hindurch zu sich nehmen zu können. Erst diese Anpassung ließ Nahrungsquellen sprudeln, ohne die die wachsenden Gemeinschaften im Notfall – also zum Beispiel nach Missernten – womöglich nie hätten gedeihen können.

Diese Revolution in zwei Schritten mag der entscheidende Faktor gewesen sein, der Bauern und Viehtreibern aus dem Süden den Weg nach Norden geebnet und ihnen ermöglicht hat, die seit Jahrtausenden in Europa heimischen Wildbeuter-Gemeinschaften großflächig zu ersetzen. Denn: "Sie breiteten sich, archäologisch betrachtet, wirklich sehr, sehr schnell nach Nordeuropa aus", fasst Mark Thomas zusammen, der als Populationsgenetiker am University College in London arbeitet.

Die Einwanderungswelle hat in Europa, wo die meisten Menschen heutzutage Milch gut vertragen, dauerhafte Spuren hinterlassen. Nicht aber andernorts: Gut möglich, meint Thomas, "dass ein Großteil aller Europäer von den ersten laktasepersistenten europäischen Milchbauern abstammt." Starke Mägen Überall auf der Welt produzieren fast alle jungen Kinder Laktase, mit der sie den Milchzucker in der Muttermilch verwerten können. Dann aber schalten die meisten das Enzym-Gen ab: Nur 35 Prozent der Menschheit können Laktose auch noch als Sieben- oder Achtjährige verdauen.

"Wenn Sie als Laktoseintoleranter ein halbes Glas Milch trinken, wird es ihnen ziemlich schlecht gehen – inklusive explosionsartig heftigem Durchfall", erklärt der Archäologe Oliver Craig von der University of York in England..(..)

https://www.spektrum.de/news/die-milch-revolution/1203870