Exkursionen / Vorträge
Bilder der Exkursion nach Kneblinghausen
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Vortrag über das Römerlager Anreppen stieß auf großes Interesse
Über 70 Zuhörer kamen am Freitag, dem 26. August 2005, zum Vortrag des Experten der provinzialrömischen Forschung in unserer Region überhaupt über das Römerlager Anreppen in Delbrück-Boke.
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Nachdem ein Teil der Anwesenden vorher das Gelände mit seinem Informationsstand bei herrlichem Wetter direkt vor Ort in Augenschein genommen hatten, lauschten die Anwesenden fast zwei Stunden sehr interessiert den Ausführungen Dr. Johann-Sebastian Kühlborns aus Münster, der anhand von Lichtbildern und häufigen Vergleichen mit seinen Grabungserfahrungen und den gemachten Funden aus den westlicher gelegenen Lippelagern der Römer seine Kenntnisse veranschaulichte. |
Fast alle Themenbereiche wurden dabei berührt, ob es um die immer noch nicht ganz geklärte Periodisierung des Lagers ging, die gerade im Ende des Bestehens nicht mit dem Halternhorizont übereinstimmt, die Vorgängerbebauung, oder die Pläne für die Zukunft, die immer noch vorsehen, dass demnächst bei diesem wichtigen Lager mit seinen riesigen Speicherbauten mehr zu sehen sein wird, als nur ein beackertes Feld, alle Anwesenden fühlten sich nachher umfassend informiert.
| Auch die zahlreichen Nachfragen, sogar zum Thema „Schicksal der provinzialrömischen Forschung“ in NRW überhaupt, die aus Sicht der Zuhörer nicht vernachlässigt werden sollte, sorgten für eine Intensivierung des Vorgetragenen. Mit einem sehr herzlichen Dank an Dr. Kühlborn verabschiedeten die Organisatoren der Vereine Arminiusforschung e.V. und des Heimatvereins Boke e.V., der seinen grossen Saal im Sportheim für die Veranstaltung einschließlich des Equipments zur Verfügung gestellt hatte, den Referenten, der sich nach eigener Aussage in den nächsten Jahren vor allem der Veröffentlichung seiner Grabungen widmen will. | ![]() |
Beide Vereine hoffen nun, dass die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern des Lagergeländes und die notwendigen Vorbereitungen demnächst zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden können, damit zum 2000-jährigen Jubiläum der Varusschlacht dort wenigstens einige Geländestrukturen des ehemaligen Lagers Aufschluss über Grösse und Ausstattung der Anlage geben.
Dr. Kühlborn hatte für die Zukunft auch für weitere Forschungen zum Beispiel im Lager Rüthen-Kneblinghausen plädiert und er räumte, unterstützt durch die Funde einer östlich vom Lager verlaufenden Lagerstrasse, dem Fund eines weiteren östlicher gelegenen Lagers in Zukunft durchaus Chancen ein.
ISB/30.08.05
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Fotos der Begehung Tönsberg - Oerlinghausen und beim Besuch des Archäologischen Freilichtmuseums am 30.4.2005
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Bericht über die Exkursion nach Oerlinghausen am 30. April 2005
Bei der Frühjahrsexkursion der Mitglieder und Freunde des Vereins Arminiusforschung am Samstag, dem 30. April 2005, nach Oerlinghausen zeigte sich ausnahmsweise der Himmel freundlich. Ohne Regen und bei angenehmen Temperaturen begann die Gruppe von 25 Teilnehmern am frühen Nachmittag ihre Besichtigung des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen. Nach einer Einführung durch den Leiter des Museums, Karl Banghard, bestand für jedes Mitglied der Gruppe die Gelegenheit zur Besichtigung der rekonstruierten Hofanlagen mit dazugehörigen Gärten, Wegen und Plätzen von der Steinzeit bis zum sächsischen Bauernhof.
Besonders interessant waren an diesem Tag die Darbietungen der Teilnehmer des Aktionstages „Germanen und Römer“, die neben dem Angebot von Speisen und Waren der unterschiedlichen Zeiten auch die Herstellung von Kleidung, Waffen und Geräten demonstrierten. Bei intensiveren Gesprächen zeigte sich, dass einzelne Mitwirkende über detailliertes Wissen der Methoden zum Beispiel der Tonbrennverfahren oder der Eisengewinnung verfügten und dies gerne weitergaben.
Nach kurzer Absprache entschloss sich ein Teil der Gruppe nach diesem Besuch doch direkt vom Museum per pedes den nächsten Programmpunkt anzusteuern, den Tönsberg mit seiner frühgeschichtlichen Wallburg. Andere nutzten wie ursprünglich vorgesehen die PKW’s zur teilweisen Anfahrt.
Als beide Gruppenteile sich an der Schutzhütte vor der Wallburg auf dem Tönsberg wieder trafen, begann die Besichtigung der Wallburg mit den Erläuterungen des Oerlinghausener Bürgers und Vereinsmitgliedes Frank Böning. Seine Hinweise auf einen alten Friedhof vor dem Burggelände und zur Periodisierung der Scherbenfunde ergänzten die dort sehr gut und ausführlich angebrachten Erläuterungen. Natürlich betrachtete sich die Gruppe die beeindruckende Lage des Tönsberges auch im Hinblick auf eine mögliche Rolle in den Auseinandersetzungen von Arminius und den Römern.
In diesem Zusammenhang wurde auch die Fundsituation in der Wistinghäuser Schlucht und dem vorgelagerten Gelände noch einmal erläutert. Mit allgemeinem Bedauern wurde festgestellt, dass Hohenschwert als letzter hier in diesem Bereich Grabungen durchführen konnte, die er selber als unzureichend betrachtete. Gerade bei der sog. Hünenkirche, deren Reste weit weniger alt sind als ihr Anblick vermuten lässt, wären noch wichtige Kenntnisse zur Struktur der Bebauung und vor allem deren Alter zu gewinnen.
Vielleicht gäbe
es darüber hinaus sogar noch interessante Fundstücke, die Hinweise auf die
Nutzungsarten der Anlage geben könnten. Alle Mitglieder der Gruppe waren sich
auf jeden Fall einig, dass die Anlage auf dem Tönsberg eine wichtige Funktion für
die Region sowohl als sogenannte Fliehburg mit Siedlungscharakter als auch als
Überwachungsanlage für den Paß in der Wistinghäuser Schlucht sowie als
Versammlungspunkt für kämpfende Kriegergruppen durch die Zeiten bis ins frühe
Mittelalter besaß.
(ISB)
Fotos der Exkursion durch die Oesterholzer Grabhügelheide
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Oben: Erläuterungen zu den Grabhügeln durch den Vorsitzenden des Oesterholzer Heimat- und Verkehrsvereines Herrn Weitner Links: Begrüßung der Gruppe auf dem Parkplatz am Archäologischen Lehrpfad durch den Vorsitzenden Pohl |
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Rechts und unten: Überquerung der drei Grabhügel am Langelau
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Abschluss am Jagdschloss Oesterholz |
Oesterholz und seine Geschichte – ein spannendes Kapitel mit vielen offenen Fragen
Am Samstag, den 9. Oktober 2004, veranstaltete der Verein für Arminiusforschung eine öffentliche Führung durch Oesterholz und seine Sennebereiche. Drei Ziele standen bei dieser Exkursion für den erst im Mai diesen Jahres gegründeten Verein im Vordergrund: Zum einen die Information über die historische Bedeutung des Ortes als Siedlungsplatz und als herrschaftlicher Besitz, zum anderen die Sensibilisierung für die Belange des Natur- und Bodendenkmalschutzes auf diesem Gebiet der Gemeinde Schlangen und zum dritten die Kenntlichmachung offener Fragen, die einen Forschungsansatz lohnenswert erscheinen lassen.
Buchstäblich im Nebel startete die große Gruppe ihren Rundgang nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Hans Pohl in der Ur- und Frühgeschichte beim Archäologischen Lehrpfad. Unter Leitung der Historikerin Iris Schäferjohann-Bursian ging es von dort weiter in Richtung Senne mit ihrer natürlichen Dünenbildung, die hier in der Nähe von Quellen seit der Steinzeit besiedelt worden war. Die heute noch vorhandenen Relikte anthropogenen Ursprungs wie die Reihe mindestens dreier bronzezeitlicher Grabhügel an der heutigen Panzerringstrasse, die Wallanlagen um die Laue und die Bodenverdichtungszonen im Langelau werfen weiterhin zahlreiche Fragen auf.
Wenn auch die allzu konkreten Interpretationen eines Wilhelm Teudt in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts an dieser und anderer Stelle nur für die Konzentration des Blickes auf diese Orte sorgten und nicht zu nachprüfbaren Ergebnissen führten, so sollte dies nach Meinung der Teilnehmer weitere Forschungen in der Zukunft nicht verhindern. Ein erster Ansatz dazu wäre die Überprüfung der leider aus unbekannten Gründen unveröffentlichten Grabungsberichte von Hans Reinerth aus den Jahren 1939f. im Archiv in Unteruhldingen.
Mit strahlendem Sonnenschein konnte die Gruppe den Weg aus der Senne zu dem sog. „Sternhof“, einem jahrhundertealten Gutshof, fortsetzen. Nach der Besichtigung der dortigen Anlage mit ihren ausgeprägten Wällen und ihrer Lage an ehemals verkehrsreichen historischen Wegen, die ebenso zu Spekulationen über ihre Herkunft führten wie beim Langelau, bei der aber die Grabungen des Oesterholzers Friedrich Hohenschwert, geb. Heuwinkel, Licht in das Dunkel bringen und die Erbauung in der Folge des 30-jährigen Krieges und zur Bodenkultivierung nachweisen konnten, ging es weiter zum ehemals fürstlichen Jagdschloß.
An Stelle des ca. 1600 erbauten und spätestens gegen 1770 wieder abgerissenen riesigen Jagdsitzes stand vorher seit Jahrhunderten ein Meierhof als Gräftenhof. Erste historische Nachrichten ergeben sich zu diesem Komplex wahrscheinlich schon seit 850, als ein Sachse Bevo hier seinen Besitz anführte. War dieser ihm von Karl dem Großen wegen treuer Gefolgschaft verliehen worden?
Die Nähe des Geländes um die Finkenkrugeiche mit ihren zahlreichen historischen Funden von der Steinzeit über die Zeitenwende mit römischen Relikten bis zu frühmittelalterlichen Grabungsergebnissen belegt jedenfalls die Historizität des Ortes und die Dauer der Nutzung. Leider sind bis heute an dieser Stelle noch keine ausführlichen Grabungen unternommen worden, die auch im Gebiet des ehemaligen Gräftenhofes aufschlussreiche Erkenntnisse liefern könnten.
Zu den jüngsten, kleineren Grabungen liegen bisher keine Veröffentlichungen vor. Dass weitere Grabungen in der Zukunft geplant sind, lässt auf neue Einsichten zur Geschichte Oesterholz, die weit aufregendere Tage gesehen hat, als der Ort heute vermuten lässt, und auch zur Geschichte der ganzen Region hoffen. Mit dem Dank von Frau Schäferjohann-Bursian und dem Verein an alle Teilnehmer, vor allem aber an die Mitwirkenden, Herrn Weitner vom Heimat- und Verkehrsverein Oesterholz, dem Autor des Buches „Eigenartige Senne“, Herrn Siekmann von der Universität Bielefeld, sowie dem Förster Herrn Fiege, der bei den Vorbereitungen half, ging der schöne und informative Oktobervormittag zu Ende.
Fotos der Corvey-Exkursion.....
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Corvey
einmal ganz anders!
Der „Verein Arminiusforschung“ hatte zusammen mit dem Freundeskreis der Karolinger zu einer ganztägigen Exkursion am 18.7.2004 nach Corvey eingeladen. Die Führung erfolgte durch Herrn RA. und Notar Hans Weeg, Rheda-Wiedenbrück und Herrn Willi Nitz aus Olsberg.
Beide stützten sich in ihren Erklärungen auf die Erkenntnisse Heribert Klabes, die dieser in seinem Buch: „CORVEY EINE KAROLINGISCHE KLOSTERGRÜNDUNG AN DER WESER AUF DEN MAUERN EINER RÖMISCHEN CIVITAS (Höxter, 1997) niedergeschrieben hat.
Interessante Fakten und einmalige Details sprengten den Rahmen eines gewöhnlichen Rundganges durch die 822 n .Chr. gegründete Benediktiner-Abtei.
1)
Gleich zu Anfang erstaunte der urkundliche Hinweis, dass den Gründermönchen
neben dem Grundstück eine darauf stehende Stadt „hoc est villam Huxeri“ und
und ein Steinhaus des Bernhards – genannt
„Selicasa“ geschenkt worden ist (s. in der „Vita Walae“; geschrieben
zwischen 836 bis 859 n. Chr von Paschasius Radbertus). Steinhäuser und städtische
Anlagen werden den Sachsen nicht zugeordnet. Wer
waren vor 822 n. Chr. die Erbauer dieser steinernen
Bauwerke?
2) Warum sind die Schmuckelemente an den Kapitellen der vier großen Rundsäulen im Eingangsbereich zum Westwerk nicht vollendet worden? Warum sind die Kapitelle der kleineren Rundsäulen im Westwerk alle in Bossenform belassen worden? Wodurch wurden die Arbeiten unterbrochen? Gibt es einen Sakralbau der Benediktiner aus dieser Epoche, dessen Innenausbau nicht vollendet wurde?
3) Wer veranlasste die Ausmalung der Innenräume des Westwerks mit „...Fabelwesen und Meerestieren, die in ihrer Lebendigkeit und Plastizität mehr an römische Wandgemälde in Pompeji als an romanische Fresken erinnern“ (FAZ, 24.12.1992)? Besonders deutlich sind ein Herakles-Fresco und Delphindarstellungen.
4) Herr Nitz ging besonders auf die Inschriftentafel an der Außenwand des Westwerks ein.
Für viele völlig neu war die Tatsache, dass vergoldete Metall – (Kupfer-) Buchstaben die Sandsteintafel zierten. Die Reste der Metallbuchstaben waren 1970 von H. Klabes in der Tafel entdeckt worden. Auch hier gab und gibt es mehr Fragen als plausible Antworten.
5) Für historisch Interessierte, als auch naturwissenschaftlich vorgebildete Teilnehmer, waren die Ausführungen von Herrn Weeg im Zusammenhang mit den gefundenen Bleirohren in der ehemaligen kleinen Corveyer Probstei „tom roden“ von höchster Brisanz.
Er veranlasste einen Isotopenmengenvergleich des Wasserrohrbleies von „tom roden“ mit einem römischen Bleibarren aus Haltern, der die Inschrift: „CCII L. XIX“ trägt und damit als Eigentum der 19. Legion – eine der drei untergegangenen Varuslegionen – identifiziert werden kann.
Ein dritter zeitgleicher Bleifund bei Warburg-Daseburg aus einer
Cherusker-Siedlung des 1. Jahrh. n.Chr. wurde ebenfalls untersucht. Es bestätigte
sich mit höchster Wahrscheinlichkeit, dass neben dem als römisch
gesicherten Bleibarren von Haltern auch die anderen beiden Bleifunde als römisches
Metall einzustufen sind.
Der „Verein Arminiusforschung“ wird die offiziellen Stellen in NRW bitten, im Zuge der 2000-Jahr-Feier zum Gedenken an die Schlacht „Arminius contra Varus“ die vielen ungelösten Fragen einer kritischen Überprüfung zu unterziehen. Insbesondere scheint eine sachangemessene Würdigung der verschiedenen Isotopen-Untersuchungen von offizieller Seite auszustehen.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen beendete ein Rundgang um die Klostermauern und ein kurzer Besuch der Probstei „tom roden“ den gelungenen Tag.
Siehe auch Presse