Kampf gegen Kalkriese
Arbeitskreis
will Hermann partout nicht hergeben
Von
Dietmar K e m p e r
Detmold (WB). Lippe kämpft um »seine« Varus-Schlacht. Am Montag wird ein Arbeitskreis gegründet, der Kalkriese widerlegen soll.
Hinter
dem »Arbeitskreis Arminius-Forschung« stehen der ehemalige Landrat Hans Pohl
und der Vorsitzende des Naturhistorischen Ortsvereins Lage, Wolfgang Lippek. Sie
möchten Bürger aus ganz Ostwestfalen-Lippe zusammenführen und in den
wissenschaftlichen Kampf gegen die Verantwortlichen des Museums und Parks
Kalkriese bei Osnabrück ziehen. Wolfgang Lippek: »Eingeladen sind alle, die
sich mit der reinen Betrachter- und Zuhörerrolle bei der Vorbereitung der
2000-Jahr-Feier zur Varusschlacht 2009 nicht zufrieden geben wollen.«
Die
Zeit dränge, weil der Kreis Lippe, der Landesverband Lippe sowie der
Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster (LWL) bis zur Sommerpause die
Eckpunkte der Feier in fünf Jahren festlegen wollten. »Bis zum Juli wollen wir
die Parlamentarier aufrütteln«, kündigt Hans Pohl an. Die Initiatoren des
Arbeitskreises ärgert, dass Lippe nur mit der Ausstellung »Mythos
Varusschlacht« bedacht werden soll. Detmold dürfe sich nicht »abspeisen«
lassen, warnt Pohl. Es sei nicht akzeptabel, wenn Niedersachsen Thema und Titel
»Kalkriese - Ort der Varusschlacht«, zugestanden werde. Pohl zu dieser
Zeitung: »Lippe muss gleichrangig neben Kalkriese stehen, wenn es um den
Standort geht.«
Bei
den Münzen und Ausrüstungsgegenständen, den Fundplätzen, Nachlässen und
historischen Quellen gebe es noch zahlreiche offene Fragen«. Forscher Wolfgang
Lippek: »Detmold sollte die Varusschlacht weiterhin für sich reklamieren, da
sonst der nicht bewiesene Anspruch der Kalkrieser fest einzementiert würde,
fataler 'Weise dann mit den Weihen aus Lippe.« In Kalkriese selbst vermisst er
Objektivität: »Als direkt Betroffene und damit äußerst Befangene werden die
Verantwortlichen freiwillig wohl kaum den Ast, auf dem sie seit 1989 sitzen, absägen.«
Der
Arbeitskreis versteht sich als parteiübergreifend. Das Geld für Information,
Aufklärung und Lobbyarbeit soll durch Spenden aufgebracht werden. Die Gründungsversammlung
findet am Montag, 24. Mai, um 19.30 Uhr im Alten Krug im Lagenser Stadtteil
Heiden statt. Am Telefon beantworten die Initiatoren Fragen unter 05261/4633 und
05232/67905.
Westfalen-Blatt
vom 22./23.5.2004, S.10