Jürgen Rüttgers und Christian Wulff, die
CDU-Minsterpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, haben
Kanzlerin Merkel darum gebeten, die Aufgabe zu übernehmen. Eine endgültige
Zusage aus Berlin steht noch aus. Rüttgers und Wulff haben nach Angaben des
Landesverbandes Lippe ihre Schirmherrschaft bereits zugesagt.
2000 Jahre nach der Varusschlacht, der legendären Niederlage der Römer in
Germanien, findet 2009, von Mai bis Oktober, in drei Museen ein gemeinsames
Ausstellungsprojekt statt. Bei der Gesamtschau werden Exponate von Weltgeltung
aus ganz Europa, wie aus Italien, Dänemark und Russland, gezeigt - unter
anderem der berühmte »Hildesheimer Silberschatz«, der vermutlich Beutestücke
aus der Varusschlacht umfasst.
Das Lippische Landesmuseum Detmold zeigt die Wirkungsgeschichte der Varusschlacht von der Antike bis heute, das Museum »Varusschlacht im Osnabrücker Land« in Kalkriese bei Osnabrück thematisiert den Konflikt. Das Westfälische Römermuseum Haltern, exakt an dem Ort, wo Statthalter Publius Quintilius Varus ein Verwaltungs- und Militärzentrum der Provinz Germanien plante, beschäftigt sich mit dem Imperium Romanum, dem Römischen Reich, auf dem Höhepunkt seiner Macht. Im Vorfeld der Jubiläumsveranstaltungen wird derzeit heftig darüber gestritten, ob die Varusschlacht in Kalkriese oder bei Detmold im Teutoburger Wald stattgefunden hat.
Zu den Veranstaltungen werden 300 000 Besucher erwartet. Jedes Museum rechnet mit Einnahmen von jeweils 660 000 Euro. Getragen wird das Projekt vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe, dem Museum und Park Kalkriese, dem Landesverband Lippe und dem Kreis Lippe. Das herausragende kulturelle Ereignis 2009 in Deutschland kostet 13 Millionen Euro. Zur Finanzierung sollen fünf Millionen Euro Drittmittel eingeworben werden, sowohl Zuschüsse des Bundes und der Länder sowie von Stiftungen als auch Sponsorenmittel. Für die drei Ausstellungen werden Bundesmittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro erwartet, das Land NRW soll sich mit 1,2 Millionen Euro und das Land Niedersachsen mit 600 000 Euro beteiligen. Acht Millionen Euro wollen die Kooperationspartner aus Eigenmitteln und den im Jubiläumsjahr erwarteten Einnahmen bestreiten.
Mit der Niederlage der Römer im Jahr 9 nach Christus scheiterten die Eroberung von Germanien und seine Eingliederung in das römische Weltreich. Cheruskerfürst Arminius (Hermann der Cherusker), der die römischen Legionen besiegte, wurde zum Mythos, an den das 1875 eingeweihte 53 Meter hohe Hermannsdenkmal bei Detmold erinnert.
Artikel vom 16.02. 2007