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Streit um Ort der Varusschlacht
Münsteraner stützt Argumente der Lipper (Neue Westfälische vom 25.11.2004)
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"Die Kalkrieser können es nicht beweisen, dass die Varusschlacht dort
war", meint auch Wolfgang Lippek, Geschäftsführer des Vereins
Arminiusforschung und Vorsitzender des naturwissenschaftlichen Vereins Lage. Der
Mathematiker argumentiert anhand der Münzfunde von Kalkriese und hält es für
wahrscheinlicher, dass die Caecina-Schlacht 14 nach Christus dort stattgefunden
hat.
"Wir
haben bei allen Münzfunden eine zeitliche Unschärfe, die man nicht
wegdiskutieren kann", meint Berke. Gerade in der Zeit von zwei bis 14 nach
Christus, also im fraglichen Zeitraum seien kaum Münzen geprägt worden, die
sich genauer einordnen lassen.
Der junge Verein Arminiusforschung wird sich nun sicher eingehend mit den Thesen
des Münsteraner Archäologen befassen. Am 1. Dezember ist die nächste
Mitgliederversammlung, bei der die Satzung verabschiedet werden soll. Besonders
ärgerlich ist für die Lipper, dass Kalkriese ihnen im Rennen um den großen
Jubiläumsfeiern im Jahr 2009 den Rang abgelaufen hat. Für Lippe ist das Thema
"Mythos Varusschlacht" geplant, für Kalkriese lautet der Titel
"Ort der Varusschlacht". "Aber wo finden die Veranstaltungen
statt, wenn Kalkriese gar nicht Ort der Varusschlacht war?", fragt Lippek.
Die Stadt Osnabrück hat ihre Germanenausstellung "2000 Jahre
Varusschlacht" für 2009 bereits abgesagt. Allerdings aus finanziellen Gründen,
nicht wegen des wissenschaftlichen Streits um den Schlachtort.