Arminiusforscher hoffen auf neue Grabungsergebnisse

Exkursion in die Senne-Geschichte

Schlangen-Oesterholz. Drei Ziele hatte der Verein für Arminiusforschung im Auge, als er jetzt eine Führung durch Oesterholz und die dazu gehörigen Sennebereiche veranstaltete. Informationen über die historische Bedeutung des Siedlungsplatzes, Sensibilisierung für Natur- und Bodendenkmalschutz und die Suche nach lohnenswerten Forschungsansätzen standen im Mittelpunkt.

Buchstäblich im Nebel startete die große Gruppe am Archäologischen Lehrpfad ihren Rundgang nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Hans Pohl mit einem Blick in die Ur- und Frühgeschichte.  

Unter Leitung der Historikerin Iris Schäferjohann-Bursian ging es von dort in Richtung Senne, einem uralten Siedlungsraum an einigen Quellen. Die vorhandenen Relikte wie die Reihe mindestens dreier bronzezeitlicher Grabhügel an heutigen der Panzerringstraße, die Wallanlagen um die Laue und die Bodenverdichtungen im Langelau werfen weiterhin zahlreiche Fragen auf, ließ der Verein wissen.

"Wenn auch die allzu konkreten Interpretationen eines Wilhelm Teudt in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts an dieser und anderer Stelle nur für die Konzentration des Blickes auf diese Orte sorgten und nicht zu nachprüfbaren Ergebnissen führten, so sollte dies nach Meinung der Teilnehmer weitere Forschungen in der Zukunft nicht verhindern", heißt es in einem Pressebericht. Ein erster Ansatz dazu wäre nach Auffassung des Vereins die Überprüfung der unveröffentlichten Grabungsberichte von Hans Reinerth aus den Jahren 1939 und folgende, die im Archiv in Unteruhldingen lagern.

Die Gruppe setzte den Weg aus der Senne zum "Sternhof", einem Jahrhunderte alten Gutshof, fort. Die Anlage mit ihren ausgeprägten Wällen liegt an ehemals verkehrsreichen historischen Wegen. Die Erdbauten führten ebenso zu Spekulationen über ihre Herkunft wie beim Langelau. Dort aber hatten die Grabungen des Oesterholzers Friedrich Hohenschwert Licht in das Dunkel bringen und die Erbauung der Anlagen in der Folge des 30-jährigen Krieges und zur Bodenkultivierung nachweisen können. Schließlich stand das ehemals fürstliche Jagdschloss auf dem Programm. An Stelle des um 1600 erbauten und spätestens gegen 1770 wieder abgerissenen Jagdsitzes stand vorher seit Jahrhunderten ein Meierhof als Gräftenhof. "Erste historische Nachrichten ergeben sich zu diesem Komplex wahrscheinlich schon seit 850, als ein Sachse Bevo hier seinen Besitz anführte", berichtet der Verein für Arminiusforschung.

War dieser ihm von Karl dem Großen wegen treuer Gefolgschaft verliehen worden? Die Nähe des Geländes um die Finkenkrugeiche mit ihren zahlreichen historischen Funden von der Steinzeit über die Zeitenwende mit römischen Relikten bis zum frühen Mittelalter belege jedenfalls die Historizität des Ortes.

Leider seien bis heute an dieser Stelle noch keine ausführlichen Grabungen unternommen worden. Auch zu aktuellen archäologischen Untersuchungen lägen bisher keine Veröffentlichungen vor. "Dass weitere Grabungen in der Zukunft geplant sind, lässt auf neue Einsichten zur Geschichte Oesterholz', die weit aufregendere Tage gesehen hat, als der Ort heute vermuten lässt, und auch zur Geschichte der ganzen Region hoffen", heißt es abschließend.

Lippische Landeszeitung vom 26.10.2004