Arbeitskreis
will Varus in Lippe lassen
Kritik
an Plänen für 2.000 Jahr-Feier
Lage/Detmold
(spar). Noch ist die Varusschlacht nicht verloren. Dieser Ansicht sind zumindest
ein paar Lipper, die sich sicher sind, dass der historische Kampf am Teutoburger
Wald im Fürstentum und nicht bei Kalkriese in Osnabrück stattgefunden hat. Am
Montag wollen sie einen Arbeitskreis Arminius-Forschung gründen.
"Die
Gruppe soll sich aktiv um vorhandene Quellen kümmern", sagt Haus Pohl,
ehemaliger Landrat des Kreises Lippe. Er ist mit Wolfgang Lippek, Vorsitzender
des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins Lage, Initiator des
Arbeitskreises. Funde, Fundplätze, historische Quellen, Nachlässe – das
alles ist laut Pohl in Lippe noch nicht systematisch untersucht.
Die
Gruppe hat noch ein weiteres Ziel: Sich in die Vorbereitungen für die
2.000-Jahr-Feier zur Varusschlacht im Jahre 2009 einzumischen. Das offizielle
Vorbereitungsgremium, in dem unter anderem Vertreter des Landschaftsverbandes
Westfalen-Lippe sitzen, plant eine große Veranstaltungsreihe. Für Lippe ist
dabei das Ausstellungsthema "Mythos Varusschlacht" vorgesehen. Im
Osnabrücker Land soll das Thema "Kalkriese - Ort der Varusschlacht"
lauten.
"Das
finde ich unglaublich", ärgert sich Hans Pohl. Damit gehen wir doch
offiziell davon aus, dass die Varusschlacht nicht in Lippe war." Er hofft,
dass der Arbeitskreis noch einige lippische Abgeordnete zum Nachdenken bringen
kann - denn noch vor der Sommerpause sollen in den Gremien beim Kreis, beim
Landesverband und beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe die Entschlüsse für
das Jubiläumsjahrfallen.
Der
Arbeitskreis Arminius-Forschung trifft sich am Montag, 24. Mai, um 19.30 Uhr im
Alten Krug in Heiden/Lage. Interessierte sind willkommen. Infos unter e 05261/46
33 oder 05232/679 05.
Lippische
Landeszeitung von Dienstag, den 18. Mai 2004