Zwei
Millionen für Varus
Titeldiskussion
hält an
In
den politischen Gremien Lippes wird weiter munter über Namen, Vermarktung und
Inhalt der Ausstellung zum Jubiläum der Varusschlacht im Jahre 2009 diskutiert.
Unstrittig war aber in der gestrigen Sitzung des Landesverbandes zumindest, wie
viel Geld aus lippischen Kassen für das Großprojekt fließen soll.
Höchstens
zwei Millionen Euro insgesamt sollen es sein. Die Landesverbandsversammlung
setzte sich dafür ein, den Betrag bei dieser Summe zu deckeln. Kreis und
Landesverband werden sich die Kosten nach Angaben des Landesverbandsvorstehers
Joachim Bünemann teilen - abzüglich etwaiger Sponsorengelder und Zuschüsse
des Landes. "
Dass
das Kulturministerium die Titel-Diskussion 'kritisch sieht, hat Ministerialrat
Professor Dr. Heinz Günter Horn in einem Brief verdeutlicht, den Bünemann
verlas. Eine Namensgebung "Arminius, Befreier Germaniens" sei außerordentlich
problematisch. Die Nationalsozialisten hätten diesen Begriff missbraucht. Bünemann
warb dafür, den Begriff "Mythos" mit "Faszination" zu
verbinden und den Titel noch nicht endgültig festzuschreiben.
Die
Post aus Düsseldorf brachte Walter Stich (CDU) auf den Plan. "Das
Ministerium macht sich zum Zensor, das steht ihm nicht zu." "Befreier
Germaniens" sei ein Zitat des römischen Historikers Tacitus, der wohl
nicht »entnazifiziert« weiden müsse.
Vermarktungs-Nachteile
für Lippe seien nicht akzeptabel, deshalb müsse der Mythos aus dem Titel
verschwinden, forderte Cajus Caesar (CDU). Das Konzept für den Jubiläumsbeitrag
und die Kooperation mit drei Partnern stieß bei den meisten Politikern aber auf
Zustimmung. Nur Stich stimmte gegen den Beschlussvorschlag.
Lippische
Landeszeitung vom 24. Juni 2004