"Varusschlacht" ohne Osnabrück

 

Pohl will Thema "Germanen" für Lippe

 

Die Lippische Landeszeitung berichtet am 23.11.2004: "Kreis Lippe/Osnabrück (ra). Die Stadt Osnabrück hat ihre Germanen-Ausstellung zum Jubiläum "2000 Jahre Varusschlacht" im Jahr 2009 aus finanziellen Gründen abgesagt. Für Lippe scheide Osnabrück damit als gleichberechtigter Partner aus, hieß es aus dem Detmolder Kreishaus. Lippe, Osnabrück, der Landkreis Osnabrück und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe wollten das Projekt bisher gemeinsam stemmen.

 

"Ein Betrag von mindestens 2,5 Millionen Euro ist in unserer schwierigen finanziellen Situation nicht verantwortbar", sagte der Pressesprecher der Stadt Osnabrück, Sven Jürgensen, zu der Absage. Anstelle der Germanen-Ausstellung soll nun ein "wissenschaftlicher Kongress zur Kriegs- und Konfliktforschung in der Archäologie" veranstaltet, und die Ausgaben dadurch von ursprünglich 3,4 Millionen auf 400 000 Euro reduziert werden.


Dieser Rückzug ist gestern von den drei Mitveranstaltern des Varusschlacht-Jubiläums mit Bedauern und Enttäuschung aufgenommen worden. "Die Stadt Osnabrück scheidet für uns jetzt als gleichberechtigter Partner aus", sagte Lippes Landrat Friedel Heuwinkel. Die Stadt verpasse eine einmalige historische Chance. Das Thema "Germanen" müsse von den anderen Projektteilnehmern mit übernommen werden. Kreis und Landesverband Lippe wollen sich bekanntlich gemeinsam dem Thema "Mythos Varusschlacht" widmen.

 

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe plant in Haltern am See eine Sonderausstellung über die Römer. LWL-Pressesprecher Frank Tafertshofer zeigte zwar Verständnis für den Rückzug, meinte aber auch, ein wissenschaftlicher Kongress könne den hohen Ansprüchen des Jubiläums nicht gerecht werden. Der Landkreis Osnabrück blieb zurückhaltend. Der Landrat Manfred Hugo sei froh, dass die Stadt weiter beim Jubiläumsprogramm dabei sei, erklärte der Sprecher der Kreisverwaltung, Burkhard Riepenhoff.

 

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Meldung forderte der Vorsitzende des Vereins "Arminiusforschung", Ex-Landrat Hans Pohl, dass jetzt der Kreis und der Landesverband das Osnabrücker Thema für Lippe reklamieren müssten. Die Verantwortlichen sollten so schnell wie möglich entsprechende Schritte einleiten."

 

Lippische Landeszeitung vom 23.11.2004